Haltbares Aloe-vera-Gel aus der Pflanze selbst gewinnen

Kosmetische und medizinische Produkte mit Bestandteilen der Aloe vera sind in jeder Drogerie und Apotheke zu finden. Im Blattgel finden sich zahlreiche entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Wirkstoffe, die bei Beschwerden wie Sonnenbrand, Insektenstichen oder auch trockener Kopfhaut Linderung verschaffen und der allgemeinen Hautpflege dienen.

 

 

Leider sind hochwertige Aloe-vera-Produkte relativ teuer. Zudem müsstest du viele verschiedene Cremes und Medizinprodukte kaufen, um die vielfältige Wirkung der Aloe auszuschöpfen. Statt viele einzelne Plastiktuben und -tiegel in dein Bad zu stellen und später in den Müll zu werfen, kannst du das universelle Aloe-vera-Gel aus den Blättern der Pflanze ganz einfach selbst herstellen und haltbar machen. In diesem Beitrag erfährst du, wie das geht.

 

Die Echte Aloe und ihr wertvoller Inhalt Die Aloe vera (Echte Aloe) ist eine Wüstenpflanze, die in ihren dicken, fleischigen Blättern Wasser sowie zahlreiche Nährstoffe speichert, die ihr der karge Wüstenboden nicht geben kann.

 

Das Gel im Inneren der Blätter enthält unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Aminosäuren. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, enthält die Pflanze jedoch auch Aloin, das abführend und hautreizend wirkt und in größeren Mengen sogar giftig ist. Daher ist es wichtig, das gelartige Innere des Blattes von der aloinhaltigen äußeren Blattschicht zu trennen.

 

So kommst du an das gesunde Gel:

 

1. Eines der unteren Blätter einer wenigstens dreijährigen Pflanze (mehr dazu weiter unten) nahe der Basis mit einem scharfen Messer abtrennen oder nur einritzen und von der Pflanze abdrehen, wenn sonst andere Teile der Pflanze verletzt würden.

 

2. Das Blatt aufrecht mit der Schnittfläche nach unten für etwa eine Stunde in ein Glas stellen, sodass der gelbliche, aloinhaltige Saft ablaufen kann.

 

3. Etwa einen Zentimeter des Blattes zusätzlich abschneiden, um Reste des herausgetropften Aloins zu entfernen.

 

4. Die äußere Blattschicht auf einer Seite mit einem Sparschäler oder einem Messer abschälen oder das Blatt der Länge nach halbieren, und das Gel mit einem Löffel herauskratzen. Am besten gleich über einer kleinen Schüssel oder einem Schraubglas arbeiten, sodass von dem wertvollen Gel nichts verloren geht.

Das frische Gel kann, so wie es ist, bereits verwendet werden, zum Beispiel auf Mückenstiche und sonnenverbrannte oder pflegebedürftige Haut aufgetragen werden. In einem verschlossenen Gefäß im Kühlschrank ist es für etwa ein bis zwei Wochen haltbar.

 

 

Alternativ ist die Weiterverarbeitung zum Beispiel zu einer Pflegelotion möglich. Dafür das Gel am besten mit einem Pürierstab oder Mixer zu einer homogenen Masse pürieren.

 

Haltbarmachen des Gels

Um die Haltbarkeit des Gels und der daraus hergestellten Pflegeprodukte zu erhöhen, hast du mehrere Möglichkeiten. Für eine kühlende Soforthilfe für juckende Insektenstiche oder einen akuten Sonnenbrand kannst du das Gel in handlichen Portionen in einem Eiswürfelschälchen einfrieren.

 

Mit einem Konservierungsmittel lässt sich die Haltbarkeit im Kühlschrank auf etwa drei Monate erhöhen. Gib vor dem Mixen etwa ein Gramm Vitamin-C-Pulver pro 100 Gramm Gel hinzu. Alternativ können auch 10-20 Tropfen Vitamin-E-Öl (Tocopherol) auf 100 Gramm Gel zugegeben werden. Beide Vitamine wirken stark antioxidativ und verhindern das schnelle Verderben durch Oxidation.

 

 

Aloe auf der Fensterbank

Um Aloe-vera-Gel jederzeit in kleinen Mengen zur Hand zu haben, reicht für den Anfang eine einzige Pflanze aus. Sie bildet ganz von allein Ableger, sodass du in kurzer Zeit mehrere Pflanzen besitzt. Du kannst die Vermehrung sogar noch beschleunigen, indem du aus Blattstücken neue Pflanzen ziehst. Allerdings ist die Pflanze erst nach etwa drei Jahren besonders reich an Wirkstoffen, so dass du vorzugsweise Blätter deiner älteren Pflanzen ernten solltest. Die Ableger verkraften außerdem den Verlust eines Blattes noch nicht so gut. Die Pflege der Aloe vera ist nicht schwer, nur Frost verträgt sie nicht, daher ist sie auf einer Fensterbank am besten aufgehoben.

 

 

Tipp: Neben ihrer vielfältigen Heilwirkung ist die Aloe vera übrigens auch eine ideale Schlafzimmerpflanze. Da sie eine der wenigen Pflanzen ist, die auch nachts Sauerstoff produzieren, verbessert sie die Luftqualität und fördert einen erholsamen Schlaf.

 

Quelle

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